Stefan Baciu (1918-1993)
Der Dichter, Essayist, Memorienschreiber, Publizist, Kunstkritiker, Übersetzer, Diplomat und Hochschulprofessor Stefan Baciu wurde am 29 Oktober 1918 in Kronstadt als Sohn des Professors Ioan Baciu und seiner Gattin Elisabeta Baciu geboren.
Er besuchte das Kronstädter "Andrei Saguna"-Lyzeum. Zu seinen Professoren gehörten Emil Cioran (Logik und Philosophie), Octav Sulutiu ( Französisch) und sein Vater Ioan Baciu (Deutsch).
Sein Debüt als Dichter fällt ins Jahr 1933, als er in der Zeitschrift "Raboj" (Kerbholz) das Gedicht "Ich" veröffentlichte, das im gleichen Jahr in deutscher Übersetzung auch in der Kronstädter deutschen Kulturzeitschrift "Klingsor" erschien.
Für seinen Debütband "Poeme eines jungen Dichters" erhielt er im Jahre 1935, im Alter von 17 Jahren, den "Preis für junge Schriftsteller" der Königlichen Kulturstiftungen.
In den Jahren 1937 - 1941 studierte er an der Rechtsfakultüät der Bukarester Universität und erwarb 1941 sein Abschlußdiplom (Lizenz).
In der Zeitspanne 1936 - 1946 wirkte Stefan Baciu als Redakteur bei verschiedenen Zeitschriften in Bukarest: "Universul literar" - für die Rubrik "Neue Gedichte", wo u. a. die Schriftsteller Stefan Augustin Doinas und Ion Caraion ihr Debut hatten.-, "Gandirea", "Rampa", "Bis", "Arta Noua" u.a.
Im April 1945 heiratete er Mira Simian.
Im Oktober 1946 zog er zusammen mit seiner Frau in die Schweiz als Presseattaché der Botschaft Rumäniens in Bern. In dieser Zeit arbeitete er an Schweizer Literaturzeitschriften mit.
Im Jahre 1949 übersiedelte er nach Lateinamerika, und zwar nach Rio de Janeiro in Brasilien, wo er als Redakteur bei der bedeutenden Zeitung "Tribuna de imprensa" arbeitete. Über diesen Abschnitt seines Lebens hat Stefan Baciu das Buch "Lavradio 98" (1982) geschrieben, der zu einem Bestseller wurde.Stefan Baciu bereiste viele Länder des südamerikanischen Kontinents, Mittelamerikas und der Karaibik: Argentinien, Nikaragua, Peru, Guatemala, Venezuela, Costa Rica, Santo Domingo, Honduras, Mexiko, Kuba, Haiti u.a.
Als hervorragender Kenner der lateinamerikanischen Literatur, gab Stefan Baciu zwei wichtige Anthologien heraus: "Anthologie des lateinamerikanischen Gedichtes" (zwei Bände, 1974) sowie "Anthologie des surrealistischen lateinamerikanischen Gedichtes" (1981)..
Im Jahre 1962 wurde Stefan Baciu in die Vereinigten Staaten als Professor für hispano-amerikanische Literatur an der Universität in Seattle berufen. Zwei Jahre später - 1964 - wurde er ebenso als Professor für hispano-amerikanische Literatur an der Universität von Honolulu auf Hawaii berufen und ließ sich dort nieder.
Stefan Baciu iar der Verfasser von mehr als 100 Bänden Gedichte, memoiren, Essays und Übersetzungen, sowie von mehr als 5000 Aufsätzen und Abhandlungen, die in der Presse Rumäniens, Deutschlands, Frankreichs,Latein-Amerikas, Nord-Amerikas und der Schweiz erschienen.
Stefan Baciu starb am 6./7. Januar 1993 (der in Honolulu als Hl. Drei Könige-Tag und in Rumänien als Hl. Johannes-Tag begangen wurde)
Stefan Baciu war Ehrenbürger der Stadt Rio de Janeiro, Konsul von Bolivien in Honolulu auf Hawaii, Emeritierter Professor der Universität von Honolulu auf Hawaii. Im Jahre 1991 wurde ihm vom Ministerium für Erziehung und Unterricht von Bolivien die Ehrenurkunde des Ordens für Kulturelle Verdienste im Kommandeursrang verliehen.
Seit dem Jahre 1996 ist Stefan Baciu Ehrenbürger post mortem von Nadesch bei Schäßburg in Rumänien, dem Geburtsort seines Vaters.
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